Archive for November, 2006

Kindergeld: Lohnsteuer von den eigenen Einkünften und Bezügen abzuziehen

Montag, November 13th, 2006

Für ein volljähriges Kind in Berufsausbildung haben die Eltern grundsätzlich Anspruch auf Kindergeld und die übrigen kindbedingten Steuervergünstigungen, wenn die eigenen Einkünfte und Bezüge des Kindes 7.680 EUR jährlich nicht übersteigen.

Das FG in Brandenburg hat entschieden, dass bei der Prüfung dieses Grenzbetrags von den eigenen Einkünften und Bezügen auch die vom Kind gezahlte Einkommensteuer bzw. Lohnsteuer und der Solidaritätszuschlag abzuziehen sind. Der gezahlte Betrag steht nämlich für den Lebensunterhalt des Kindes nicht mehr zur Verfügung und die Eltern werden in dieser Höhe nicht von ihren Unterhaltspflichten gegenüber dem Kind entlastet. Andererseits gehören aber auch Einkommensteuererstattungen zu den anzusetzenden Bezügen des Kindes. Das Finanzamt hat gegen die Entscheidung Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt.

Ein wirklich gute Entscheidung für alle Eltern mit Kindern über 18 Jahren die sich in Ausbildung befinden. Bin mal gespannt in wie weit sich diese Entscheidung durchsetzen kann.

Doppelte Haushaltsführung: Wohnungswechsel wegen veränderter Lebensumstände

Dienstag, November 7th, 2006

Arbeitnehmer können notwendige Mehraufwendungen (z.B. Kosten der Unterkunft), die wegen einer aus beruflichem Anlass begründeten doppelten Haushaltsführung entstehen, steuermindernd als Werbungskosten abziehen. Eine doppelte Haushaltsführung liegt vor, wenn der Arbeitnehmer außerhalb des Ortes, in dem er einen eigenen Hausstand unterhält, beschäftigt ist und auch am Beschäftigungsort wohnt.

Eine beruflich begründete doppelte Haushaltsführung kann bei Änderung der Lebensumstände in eine privat veranlasste und damit nicht mehr steuerlich begünstigte übergehen. Eine bloße Verlegung des Familienwohnsitzes bzw. des Haupthausstandes innerhalb eines Ortes oder einer Gemeinde hat der Bundesfinanzhof dagegen als unschädlich angesehen. Das gilt gleichermaßen für verheiratete, ledige als auch für in Trennung befindliche Arbeitnehmer. Weitere Steuern sparen Infos gibt es bei Vedix

Pauschalierung von Fahrtkostenzuschüssen

Sonntag, November 5th, 2006

Arbeitgeber können auch 2007 die Lohnsteuer für Sachbezüge in Form der unentgeltlichen oder verbilligten Beförderung eines Arbeitnehmers zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (z.B. Firmenwagen, Job-/Firmentickets) und für zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistete Zuschüsse zu den Kosten des Arbeitnehmers für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (Barzuschüsse) pauschal mit 15 % erheben. Eine Pauschalversteuerung ist aber nur bis zu dem Betrag zulässig, den der Arbeitnehmer “wie” Werbungskosten geltend machen könnte, wenn die Bezüge nicht pauschal besteuert würden. Die Pauschalversteuerung führt auch zur Sozialversicherungsfreiheit. Die Begrenzung der Entfernungspauschale ab 2007 wirkt sich auch auf die Höhe des Pauschalierungsvolumens aus.

Beispiel 1: Dem Arbeitnehmer steht für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (Entfernung 15 km an 210 Arbeitstagen) ein Firmenwagen mit einem Bruttolistenpreis von 30.000 Euro zur Verfügung.

2006

geldwerter Vorteil für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
0,03 % von 30.000 EUR x 15 km x 12 Monate 1.620 EUR
Pauschalversteuerung mit 15 % (maximal Entfernungspauschale)
210 Arbeitstage x 15 km x 0,30 EUR 945 EUR
zu versteuern über Lohnsteuerkarte mit Sozialversicherungspflicht
1.620 EUR abzüglich 945 EUR 675 EUR

2007

geldwerter Vorteil für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (wie bisher)
0,03 % von 30.000 EUR x 15 km x 12 Monate 1.620 EUR
Pauschalversteuerung mit 15 % (maximal Entfernungspauschale)
Entfernung unter 20 km! 0 EUR
zu versteuern über Lohnsteuerkarte mit Sozialversicherungspflicht 1.620 EUR

Beispiel 2: Der Arbeitnehmer hat mit seinem Arbeitgeber arbeitsvertraglich vereinbart, dass er für die mit seinem Privatwagen durchgeführten Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (22 Entfernungskilometer; 230 Arbeitstage) einen Fahrtkostenzuschuss in Höhe der steuerlich zulässigen Entfernungspauschale erhält, der pauschal versteuert werden soll.

2006
Bargeldzuschuss des Arbeitgebers, der mit 15 % pauschal versteuert werden kann
230 Arbeitstage x 22 km x 0,30 EUR = 1.518 EUR

2007
Bargeldzuschuss des Arbeitgebers, der mit 15 % pauschal versteuert werden kann:
230 Arbeitstage x 2 km (22 km abzüglich 20 km) x 0,30 EUR =138 EUR

Anhand dieses kleinen Beispiels sieht man sehr gut, dass bei einem großteil der Pendler die Fahrtkostenpauschale keine Außwirkungen auf die Höhe der Werbungskosten haben wird.